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Viktor Frankenstein (auch Victor Frankenstein) ist eine Hauptfigur aus dem erstmals 1818 erschienenen Roman Frankenstein oder Der moderne Prometheus von Mary Shelley (1797-1851) und eines der bekanntesten (verrückten) Wissenschaftler der Literatur- und Filmgeschichte.

Hintergrund Bearbeiten

Frankenstein castle

Das echte Schloss Frankenstein, die Vorlage für Shelleys Roman

Schon im Jahr 1800 gab es zahlreiche Berichte über Versuche mit der neu entdeckten Elektrizität, so auch an toten Körpern. Um 1803 versetzte der Italiener Giovanni Aldini dem Leichnam eines hingerichteten Mörders Stromstöße, wodurch sich die Muskeln und Gliedmaßen bewegten. Der schottische Mediziner James Lind wurde dafür bekannt, dass er mittels Elektrizität tote Frösche bewegte.

Historikern zu Folge sollen die Shelleys Burg Frankenstein besucht haben. Der Sage nach soll Ritter Georg von Frankenstein einen Drachen besiegt haben, aber dann durch dessen Gift gestorben sein. Auf der Burg Frankenstein wurde 1673 der Alchemist Konrad Dippel geboren. Gemäß einem Mythos soll Konrad Dippel mit Leichen experimentiert haben. Ob es sich um ein Mythos oder eine Wahrheit handelt, ist bei den Experten umstritten.

Die Geschichten um Elektrizität und dem Alchimisten sollen angeblich Mary Shelley dazu inspiriert haben, ihr literarisches Werk Frankenstein zu verfassen.

Charakterprofil Bearbeiten

Frankenstein illustration labratory

Illustration von Viktor Frankenstein aus dem Roman Frankenstein

Victor Frankenstein zeigte sich schon als Kind als sehr intelligent und wissbegierig. So befasste er sich früh mit der Alchemie, bis er erkannte, dass dies eine überholte Wissenschaft war. Als junger Mann reiste er nach Ingolstadt und studierte an der hiesigen Universität Naturwissenschaften, was ihm Zugang zu seinen alten Mentoren brachte und das Bestreben erweckte, zu erfahren, wie man toten Stoffen Leben einhauchen kann.

In seinem Bestreben, neues Leben zu erschaffen, macht sich Viktor Frankenstein daran, menschliches Leben neu zu erschaffen. Nach monatelanger Arbeit verleiht Viktor seiner Schöpfung aber ein mehr monströses als menschliches Aussehen. Viktor kann seiner Schöpfung Leben einhauchen, doch voller Entsetzen flieht aus dem Labor. Während sich Viktor Frankenstein von seinem Schock erholt, verlässt das Geschöpf das Labor und zieht auf der Suche nach menschlicher Gesellschaft in die Lande.

Das Geschöpf, genannt der Unhold, beginnt aus Rache für seine bitteren Erfahrungen mit der Angst der Menschen vor seinem Aussehen Frankensteins Familie zu terrorisieren. Viktor wird von seiner Schöpfung aufgefordert, ein weibliches Geschöpf zu erschaffen. Zunächst will er dieser Forderung nachgehen, doch die Angst, zum Schöpfer einer Rasse solcher Monster zu werden, verleitet ihn dazu, das weibliche Geschöpf noch vor dessen Vollendung zu vernichten.

Aus Rache tötet der Unhold Viktors Freund Henri und seine frisch angetraute Ehefrau Elizabeth und treibt Viktors Vater damit in den Herztod. Frankenstein beginnt die Kreatur quer durch die Lande zu verfolgen, bis hin zum Nordpol. Viktor Frankenstein wird vom Kapitän Robert Walton aufgefunden und erzählt ihm seine Geschichte, bevor er an den Folgen der strapaziösen Jagd verstirbt. Der Unhold empfindet nur noch Trauer statt Befriedigung und erklärt dem Kapitän nur noch, dass er sich im Eis zurückziehen und seinem Leben im Feuer eines selbst errichteten Scheiterhaufens ein Ende setzen möchte.

Viktor Frankenstein in der Populärkultur Bearbeiten

  • Frankenstein Colin Cleve

    Colin Cleve als Viktor Frankenstein (1931)

    Das Buch wurde zu einem Klassiker der Schauerliteratur und wurde später mehrmals adaptiert. Die Figur des Viktor Frankenstein wandelte sich vom tragischen Charakter zum Archetypus eines verrückten Wissenschaftlers.
  • Frankensteins Einstieg in die Populärkultur gelang durch die sehr freie Verfilmung von James Whale (1889-1957) im Jahr 1931, mit Boris Karloff (1887-1969) als Frankensteins Monster. Der britische Theater- und Filmschauspieler Colin Clive (1900-1937) spielte die Rolle des Dr. Henry Frankenstein. Er wiederholte die Rolle des Wissenschaftlers Frankenstein 1935 in Frankensteins Braut, erneut unter Regie von James Whale.
  • In Frankensteins Fluch (1957) tritt Peter Cushing (1913-1994) in der Rolle des Baron Victor Frankenstein auf und Christopher Lee (1922-2015) spielte die Rolle der Kreatur. Es folgten fünf weitere Frankenstein-Filme von den Hammer Studios.
  • Kenneth Branagh verfilmte 1994 den Frankenstein-Stoff relativ getreu gegenüber der literarischen Vorlage, mit Robert DeNiro in der Rolle des Monsters und sich selbst in der Rolle des Viktor Frankenstein.
  • Unter dem Titel Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn erschien 2015 eine weitere Filmadaption, die sich zwar in Grundzügen an der Romanvorlage orientiert, allerdings in vielen Punkten von dieser abweicht. Die Hauptrollen übernahmen James McAvoy (Frankenstein) und Daniel Radcliffe (Igor), Regie führte Paul McGuigan.

Viktor Frankenstein in TMNT Bearbeiten

Archie ComicsBearbeiten

  • Vic Frankenstein Archie

    Viktor Frankenstein in den Archie Comics

    Viktor Frankenstein hat - wenn auch nicht namentlich genannt - in den Archie Comics einen kurzen Auftritt in einem Gruselfilm, den sich die Turtles anschauen.[1]

2012 Animationsserie Bearbeiten

  • In der fünften Staffel der 2012-Serie arbeitet Frankenstein (hier nach der englischen Schreibweise Victor von Frankenstein geschrieben) in Deutschland des Jahres 1818 an seiner Schöpfung und gerät in den Bann von Dracula und Savanti Romero. Savanti Romero verbessert mit Hilfe seines modernen Wissens die gesuchte Formel Frankensteins. Später wenden sich die zeitgereisten Turtles an Viktor Frankenstein und unterstützen ihn sogar bei der Erschaffung von dessen Monster, was sich jedoch als Savantis Absicht entpuppt, um das Monster auf seine Seite zu ziehen. Nachdem Frankenstein sich zuerst über seine Kreatur entsetzt, kann Michelangelo ihn davon überzeugen, ihn als einen Sohn zu akzeptieren. Nach den Konflikten gerät jedoch Frankensteins Monster in Draculas Gewalt und zieht mit Savanti Romero und seinen rekrutierten Monstern in die Zukunft.[2]

Siehe auchBearbeiten

Archie Comics

Quellenverzeichnis Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Teenage Mutant Ninja Turtles Adventures Special #3
  2. "The Frankenstein Experiment"
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