Fandom


Dracula , auch Graf Dracula, ist ein in der Weltliteratur und Popkultur bekannter Vampir und ein Feind der Turtles, basierend auf dem walachischen Fürsten Vlad III. Drăculea (1431-1477).

Der Name Dracula Bearbeiten

Der Name Dracula leitete sich von Drăculea (deutsch "Der Sohn des Drachen" von lateinisch draco – "Drache") ab, aber wird auch als Sohn des Teufels verstanden, da das rumänische Wort drac "Teufel" bedeutet.

Da der Drache in der christlich-abendländischen Kultur jedoch stets das Böse symbolisiert, das überwunden werden soll, gilt es als höchst unwahrscheinlich, dass Vlad II (Vater von Vlad III) sich selbst den Namen Dracul gegeben hat. Auch eine positive Konnotation von dracul im Sinne von "Teufelskerl", wie sie sich im Rumänischen durchaus nachweisen lässt, ist für das tief religiöse Spätmittelalter nicht anzunehmen.

Historische FaktenBearbeiten

Dracula Tepes Banner

Wappen von Vlad III

Laut geschichtlichen Hinweisen wurde Vlad III Drăculea im transsilvanischen Schäßburg, damals Königreich Ungarn, um 1431 als zweiter Sohn von Fürst Vlad II Dracul (1395-1447) und der Prinzessin Cneajna aus dem Fürstentum Moldau geboren. Zwei weitere Brüder von Vlad III. Drăculea waren Mircea II (1422-1446) und Radu cel Frumos (1437-1475).

Vlad II Dracul wurde als Woiwode (slawischer Herrschertitel) des Fürstentums abgesetzt, weil die Bojaren (Hochadlige) der Walachai das Osmanische Reich unterstützten. Die Familie lebte daraufhin im Siebenbürgischen Exil. Vlad II hielt sich in Nürnberg auf und wurde dort in den Drachenorden aufgenommen; mit fünf Jahren soll Vlad III ebenfalls in den Orden eingeführt worden sein.

Seit den 1430er Jahren wurden die Grenzregionen des Königreichs Ungarn und die Walachai von der türkischen Invasion durch den osmanischen Sultan Murad II (1404-1451) bedroht. Vlad II blieb nichts anderes übrig, als sich dem Sultan als Vasall zu unterwerfen und ihm seine jüngeren Söhne Vlad und Radu als Faustpfand zu überlassen. Vlad III soll als türkische Geisel wegen seiner Starrköpfigkeit schwere Misshandlungen erlitten haben; zudem entwickelte er eine enorme Abneigung gegen seinen Bruder Radu, der zum Islam konvertiert war und zum Liebling des späteren Sultan Mehmed II (1432-1481) geworden sein soll. Auch das Verhältnis zu seinem Vater soll gestört gewesen sein, da Vlad III Drăculea seinem Vater verübelte, ihn als Faustpfand benutzt zu haben und somit den Eid, Widerstand gegen die Türken zu leisten, gebrochen hatte.

Später wurden Vlad II und Mircea Opfer von rebellierenden Bojaren, bis die Türken in die Walachai einmarschierten, Vladislav II aus dem Dănești-Clan stürzten und Vlad III als Oberhaupt einer Marionettenregierung auf den Thron setzten. Die Herrschaft von Vlad III war nur kurz, da Johann Hunyadi in die Walachei einmarschierte und Vlad noch im selben Jahr absetzte. Dieser floh in das Fürstentum Moldau und verblieb dort bis zum Oktober 1451 unter dem Schutz seines Onkels Bogdan II. 1451 kam es zum tödlichen Attentat auf Bogdan II und Petru Aron, der Attentäter, bestieg den Thron von Moldau. Vlad III fand Aufnahme bei Johann Hunyadi in Ungarn, den er mit seinen Kenntnissen über die Strukturen und Mentalitäten des Osmanischen Reiches sowie seinen Hass auf Mehmed II beeindruckte. Hunyadi begnadigte Vlad und ernannte ihn zu seinem Berater. 1456 zog Hunyadi gegen die Türken in Serbien, und Vlad zog mit eigenen Truppen in die Walachai ein. Hunyadi verstarb nach seinem erfolgreichen Feldzug an der Pest, während Vlad nach seinem Feldzug wieder Fürst der Walachai wurde.    

Dracula Brodoc Chronicles

Darstellung von Vlad Tepes während einer Pfählung[1]

Fortan führte Vlad III Drăculea einen großen Feldzug gegen die Türken und rächte sich auf grausame Weise an alle walachischen Bojaren, die gegen seinen Vater konspiriert hatten oder Vladislav gefolgt waren. Die Älteren ließ Vlad III auf hölzerne Pfähle spießen und ihr Eigentum im Volk verteilen; alle anderen mussten lebenslange Zwangsarbeit leisten. Die Hinrichtungsart des Pfählens hatte der Vlad III. als Geisel der Türken kennengelernt und wandte sie nun gnadenlos an seinen Feinde und Gesetzesbrechern an. Er soll für den Tod von 40.000–100.000 Opfern verantwortlich sein.

Diejenigen Bojaren, welche den Terror von Vlad überlebten, waren nach Ungarn geflohen und erhoben Klage bei König Matthias I Corvinus. 1463 ließ dieser Vlad im Handstreich gefangen nehmen und auf Burg Visegrád an der Donau einsperren; doch als 1474 Sultan Mehmed II ein riesiges Heer gegen Ungarn zusammenzog, erinnerte sich Matthias der militärischen Fähigkeiten seines Gefangenen. Nachdem Vlad III Drăculea zum katholischen Glauben konvertiert war, vertraute man ihm ein Heer an, mit dem er 1476 gegen die Türken zog. Nach einigen siegreichen Gefechten in Bosnien wurde Vlad im November 1476 wieder zum Fürsten der Walachei ausgerufen.

Auf seinem letzen Feldzug metzelte Vlad persönlich viele türkische Gefangene nieder. Jedoch Anfang 1477 geriet er in einen Hinterhalt und fiel im Kampf. Die Türken schlugen seinen Kopf ab, konservierten ihn in Honig und stellten ihn in Istanbul zur Schau. Sein Körper wurde im Kloster Snagov beigesetzt. Posthum erhielt Vlad Drăculea den Beinamen Vlad Tepes ("Vlad der Pfähler"). Als Herrscher der Walachei folgte Basarab Laiotă cel Bătrân (deutsch "Basarab Laiotă der Ältere").

1931 öffnete man das Grab von Vlad III. Drăculea, jedoch war es leer. Der Verbleib der Gebeine ist bis heute ein Rätsel.

Mythen und Legenden Bearbeiten

Über Vlad III. Drăculea gibt es verschiedene Erzählungen:

  • Dracula Vlad Pontius

    Darstellung von Vlad III als Pontius Pliatus bei der Verurteilung Jesu (Gemälde von 1463)

    Die deutschen Erzählungen über Gräueltaten Vlads berichten von Pfählungen, Folterung, Feuertod, Verstümmelungen, Ertränkungen, Enthäutungen, Röstungen und Kochen der Opfer. Vlad III. Drăculea soll vor einem Wald aus gepfählten Opfern sogar an einem Tisch gesessen und gespeist haben.
  • Der serbische Janitschar Konstantin Mihajlović aus Ostrovitza beschrieb in seinen Memoiren umfangreich, dass Vlad oftmals die Nasen gefangener türkischer Soldaten abschneiden ließ, die er dann an den ungarischen Hof sandte, um damit zu prahlen, wie viele Feinde er getötet hatte.
  • Als 1460 Gesandte von Sultan Mehmet von Vlad III. Drăculea zu einer Audienz empfangen wurden, weigerten sie sich, ihre Turbane abzulegen, da es ihre Sitten verboten, ihre Häupter zu entblößen. Daraufhin ließ Vlad III. Drăculea die Gesandten von seiner Leibwache ergreifen und ihnen kleine Nägel durch die Turbane schlagen. Dann schickte er sie zurück zum Sultan mit der Botschaft, dass sie ihre Sitten gefälligst zu Hause lassen sollen.
  • Vlad III. Drăculea soll Pfählungen und Folterungen an den vordringenden türkischen militärischen Verbänden verübt haben. Es wurde berichtet, dass die osmanische Armee beim Anblick von mehreren Tausend gepfählter und verwesender Leichname an den Ufern der Donau vor Schreck zurückwich.
  • Ein Händler kam zu Vlad III. Drăculea und führte Klage, weil ihm 160 Dukaten aus seiner Kutsche gestohlen wurden. Vlad versicherte dem Händler, dass er sein Geld zurückbekommen würde. Die Leibwache konnte den Dieb ausfindig machen, und dieser wurde gepfählt. Ein Diener brachte dem Händler 161 Dukaten. Am nächsten Morgen kam der Händler zu Vlad und erzählte ihm, dass er einen Dukaten zu viel hätte. Zufrieden über die Ehrlichkeit des Händlers ließ Vlad ihn gehen; ansonsten wäre dieser an der Seite des Diebes ebenfalls gepfählt worden.
  • Vlad III. Drăculea sah die Armen, Kranken und Bettler als Diebe an. Eine Geschichte erzählt von seiner Einladung an Kranke und Arme zu einem Festmahl, währenddessen das beherbergende Gebäude geschlossen und angezündet wurde.
  • Einer Erzählung zu folge soll Vlad III. Drăculea zwei Mönche und einen jungen Novizen zu sich gebracht haben und von denen wissen wollte, ob er nach seinem Tod in den Himmel oder in die Hölle kommen würde. Der erste Mönch antwortete, dass Gott ihn in den Himmel lassen würde, weil er für die Christenheit kämpft, doch Vlad erkannte in der Antwort nur Schmeichelei und ließ ihn töten. Der zweite Mönch sagte trotz aller Konsequenzen, dass Gott ihn für all seine begangenen Grausamkeiten in die Hölle schicken würde, und er wurde sofort getötet. Was der Novize antwortete, ist nicht überliefert, doch er wurde jedenfalls freigelassen.
  • Eine alte rumänische Geschichte beschreibt, dass Vlad einst eine goldene Schale auf dem Marktplatz von Târgoviște platziert hatte. Diese Schale durfte von jedem zum Stillen des Durstes benutzt werden, musste aber auf dem Marktplatz verbleiben. Am nächsten Tag soll er zurückgekehrt sein, um diese wieder aufzulesen. Niemand hatte es aus Furcht vor der Todesstrafe gewagt, die Schale zu stehlen. Erst nach Vlads gewaltsamen Tod wurde die goldene Schale gestohlen.

Dracula in der PopulärkulturBearbeiten

Noch heute gibt es den rumänischen Spruch, der sich an die Mythen um Vlad III anlehnt: "Unde ești tu, Țepeș Doamne?" ("Wo bist du, Țepeș [Pfähler], Herr?"). Dieser Spruch wird im Bezug auf chaotische Zustände, Korruption, Faulheit etc. verwendet. Der Spruch ist eine Zeile aus einem polemischen Gedicht des Dichters Mihai Eminescu (1850–1889), in dem er das nationalpolitische Desinteresse der rumänischen Oberschicht angreift. Eminescu fordert seinen imaginären Ansprechpartner Vlad auf, die Hälfte der Oberschicht wie einst die Bojaren zu pfählen und die andere Hälfte wie einst die Bettler und Herumtreiber in einer Festhalle zu verbrennen.

Noch heute wird Siebenbürgen, besser bekannt unter dem Namen Transsilvanien, aufgrund von Draculas Popularität von Touristen besucht. Unter anderen wird Schloss Bran besucht, das als Draculaschloss präsentiert wird, da es dessen Beschreibung in Bram Stokers Roman Dracula ähnelt. Vlad III Drăculea selbst hat das Schloss aber wahrscheinlich nie betreten.

Bram Stokers DraculaBearbeiten

Dracula Bram Stoker dt

Bram Stokers Dracula (deutsche Erstausgabe, 1908)

"Graf Dracula?" Er verbeugte sich höflich und antwortete: "Ich bin Dracula, und ich heiße Sie, Mr. Harker, in meinem Haus willkommen. Die Nachtluft ist kalt, und Sie müssen etwas essen und sich ausruhen."
(Dracula von Bram Stoker, Übersetzung: Andreas Nohl)

Der irische Schriftsteller Bram Stoker (1847-1912) befasste sich mit der Geschichte des blutrünstigen Fürsten der Walachai und machte aus ihm den Vampir Graf Dracula, der zum berühmtesten Vampir der Literaturgeschichte und zum Archetypus des fiktiven Vampirs wurde.

Der Roman Dracula (1897) ist eine Mischung aus Reise-, Liebes-, Abenteuerroman und Schauergeschichte und besteht formal aus einer Folge von Tagebucheintragungen, Mitschriften von Phonographaufnahmen, Briefen und Zeitungsartikeln, wodurch die Handlung realistisch wirkt. Er handelt von Draculas Vorhaben, sich in England des 19 Jahrhunderts neue Opfer zu suchen, bis er von einer kleinen Gruppe mutiger Jäger - darunter Abraham Van Helsing und Jonathan Harker, der Verlobte seines jüngsten Opfers Mina Harker - nach Transsylvanien zurückgetrieben und dort von ihnen getötet wurde.

Dracula wurde ein Erfolg und wurde achtmal neu aufgelegt. Bis zum heutigen Tag ist Dracula das bedeutendste Werk der Vampirliteratur und wurde in vielen Versionen - unter anderem in Filmen, Theaterstücken und Fernsehserien - in der Populärkultur verbreitet. Einige der bekanntesten Versionen sind unter anderem:

  • Dracula Chris Lee

    Christopher Lee als Dracula

    Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922), mit Max Schreck (1879-1936) in der Rolle des Graf Orlok, eine lose und von Stoker nicht lizensierte deutsche Neuversion von Dracula.
  • Dracula (1931), mit Bela Lugosi (1882-1956) in der Hauptrolle.
  • Dracula (1958) mit Christopher Lee (1922-2015) in der Titelrolle und Peter Cushing (1913-1994) als Draculas Gegenspieler Van Helsing, produziert von den Hammer Studios; der Anfang einer Filmreihe mit insgesamt elf Darstellungen Lees als den Vampirfürsten (davon sieben in Hammer-Produktionen).
  • Bram Stoker's Dracula (1992), eine der bisher werkgetreusten Verfilmungen des Romans.

Dracula in TMNT Bearbeiten

Mirage ComicsBearbeiten

1987iger Cartoonserie Bearbeiten

  • In der Folge "Rondo in New York" werden durch einen Plan von Shredder und Krang einige klassische Filmmonster - darunter Dracula - zum zeitweiligem Leben erweckt.
  • In der Folge "Super Irma" ist einer der Gäste auf der Halloween-Party als Dracula verkleidet.

Archie Comics Bearbeiten

2012 Animationsserie Bearbeiten

  • Dracula erscheint in der vierteiligen Monster Arc-Episodenreihe[2] der 2012 Serie. Hier ist er sowohl ein Alliierter als auch ein Rivale von Savanti Romero, der ihn und andere bekannte Horrormonster - Frankenstein, die Mumie und den Werwolf Vulko - dazu benutzen will, die Erde zu erobern und die gesamte Menschheit in Monster zu verwandeln. Am Ende der Handlung wird Dracula schließlich in die Kreidezeit verschlagen, wo er von Michelangelo mit einem angespitzten Bo ins Herz getötet wird.
    Dracula, dessen Gestaltung offensichtlich an Bela Lugosis Rolle angelehnt ist, wird hier im Original von Chris Sarandon, Star und Darsteller des vampirischen Hauptantagonisten Jerry Dandrige aus dem Film Fright Night (1985) gesprochen.[3]

SpielzeugBearbeiten

  • 1993 kam eine Actionfigur heraus, die Donatello als den Dracula (basierend auf dem Film Dracula von 1931) darstellt. Diese Figur war Teil eines Hommage-Projekts an klassische Gruselfilme, mit dem Titel Universal Studios Monsters.

BildergalerieBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

Archie Comics

Quellenverzeichnis Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Chronik von Brodoc. Holzschnitt von Markus Ayrer, 1499.
  2. "The Curse of Savanti Romero", "The Crypt of Dracula", "The Frankenstein Experiment" und "Monsters Among Us!"
  3. Den of Geek!: First Look at Teenage Mutant Ninja Turtles Season 5
  4. "Rondo in New York"
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.